Über 2600 Kilometer mit Swiss Horse Boots Hufschuhen durch die Schweiz
Aus dem Tagebuch eines nimmermüden Nomadenherzens.
Die Schweiz sei kein Pferdeland. Und die Leute kleinkariert. Man könne nicht einfach so 100 Tage durch die Schweiz reiten, da bekäme man nur Probleme. Ich hab's trotz allen Vorurteilen vollbracht: Einmal zu Pferd Helvetien umrundet und dabei 24 Alpenpässe überquert. Dabei haben die Swiss Horse Boots Hufschuhe über 2600 Kilometer zurückgelegt.
Die Alpen stellte ich mir für mich und meine Pferde immer als etwas Unerreichbares vor. Lange Zeit beäugelte ich das schimmernde Weiss, manchmal bedrohende Grau oder auch liebliche Rosa der Alpenkette nur von Weitem und dachte: „Dahin möchte ich einmal!“ Bis der Tag kam und der Traum wahr wurde. Am 14. Juni ritten wir ab – vom Kanton Luzern Richtung Schaffhausen, erstmal weg von den Bergen, um uns etwas einzulaufen. Eine ganze Truppe von fünf Reitpferden und einem Packpferd. Auf den einfacheren Strecken begleiteten mich Leute, die auch etwas Wanderreitluft schnuppern wollten. Doch erst einmal wurden unsere Vorfreude und Hoffnungen mächtig zertrümmert.
Ein schrecklicher Anfang
Wenn gleich zu Beginn alles schief läuft, zerrt das arg an den Nerven. Am ersten Tag schon musste wegen eines dummen Unfalls eine Wunde an einem Pferdebein genäht werden. Ab dem zweiten Tag dann regnete es nur noch in Strömen. So fest, dass wir nach Kaiserstuhl notfallmässig die Pferde in Deutschland unterbringen mussten, weil wir wegen Überschwemmungen in Trasadingen nicht mehr in die Schweiz rein konnten. Alle Kleider, welche wir dabei hatten, kamen schon in der ersten Woche voll zum Einsatz und wurden bis Ende der Woche auch nie gewechselt. Nass ist nass. Dazu kamen einige Vorfälle mit dem noch sehr unerfahrenen Packpferd, welches ich gezwungenermassen kurzsfrisitg ausgeliehen und im Schnellverfahren ausgebildet hatte, weil mein eigenes Packpferd die Reise nicht hatte antreten können. Zusammengefasst: die Sterne standen nicht gut für unsere Helvetia-Tour, und ich fragte mich doch einige Male, ob ich wohl die nächsten 93 Tage wirklich durchziehen sollte.
Endlich in die einsame Weite
Es wäre ja gelacht, so lange von den Alpen zu träumen und sie danach links liegen zu lassen! Also gings weiter durchs Zürcher Oberland in den Kanton Schwyz und Glarus, wo wir bereits eine kleine Prise Alpen schnuppern durften: der Schweinalppass und vor allem der Foopass hatten es bereits recht in sich. Und der Glarner Ziger verfolgte uns bis nach Sargans, wo wir endlich nach Graubünden einreiten durften. Der Kanton, der mich mit Natur und Bergen schon immer fasziniert hatte.
Von da an gings nur noch zu zweit weiter, und mit dem nun schon versierten Packpferd, klar. Die Haflingerstute trug ja schliesslich unseren gesamten Hausrat mit: Küchenausrüstung und Verpflegung für die einsamen Tage, Schlafsack, unser kleines Zelt und ein paar Ersatzsocken. Mehr als sechs Wochen lang hielten uns die Alpen auf „Trab“: kein Pass war den Pferden zu steinig, kein Abgrund zu rutschig. Dabei machten wir die Erfahrung, dass auf solche langen Wanderritten Hufschuhe mit Stollen am sinnvollsten sind. Wir hatten zum Teil für alle Pferde zwei Stollenschuhe dabei, aber das war auch Extragepäck.
Da man in Graubünden mit Pferden nicht in den Nationalpark hinein darf, ritten wir einmal rund um ihn herum, machten dabei einen Abstecher nach Italien und ritten dann wieder zurück ins Engadin – es leben die Alpenpässe! Was gibt es Schöneres, als die Schweiz von oben zu begutachten? Helvetia, vermeintlich so klein und eng. Von wegen! Oftmals hatte ich das Gefühl, in den argentinischen Anden zu sein. Kein Mensch störte die Ruhe, keine Strasse, Nichts. Nur Berge, Murmeltiere und wir mit unseren unermüdlichen Pferden auf leisen Sohlen. Ihnen machte das Wanderreiten offensichtlich genau so Spass wie uns – trotz aller Anstrengungen und Entbehrungen. Niemals ging ein Pferd lahm, niemals liess sich eines Müdigkeit anmerken.
Immer freundlich empfangen
Knappe zwei Monate strotzten wir Wetter und Bergen, danach gings über die Voralpen in den Jura und mit weinendem Herzen wurde vom Alpenpanorama Abschied genommen. Um ganz ehrlich zu sein: Die letzten drei Wochen im wieder flacheren Teil langweilten Pferd und Mensch ein wenig…
Doch brachten auch hier immer wieder nette Begegnungen Freude in den „Alltag“. Stets wurden wir freundlich aufgenommen, tropfnass oder stinkend, erschöpft oder aufgewühlt.
Und jetzt, wo wir alle gesund am Ziel angekommen sind - oder am Ausgangsort – scheint sich da kaum etwas verändert zu haben. Nur wir – Pferd und Mensch - tragen 100 Tage Erlebnisse einer fantastischen Natur und wertvollen Begegnungen in uns weiter.
Facts
Dauer: 100 Tage
Geschätzte Kilometer: 2600
(alles mit den gleichen Swiss Horse Boots)
Pausentage: 13
Überquerte Alpenpässe: 24
Höchster Pass: Chaschauna, 2694 m.ü.M
Caroline Wolfer, Herlisberg, www.natural-horses.com

Seit über 20 Jahren gehe ich regelmässig auf Wanderritte. Anfangs war ich mit meiner Connemarastute Flocke unterwegs, die, wie damals üblich, immer beschlagen war. Von Hufschuhen hielt ich nicht viel, da ich von allen Seiten zu hören bekam, dass sie eh nicht hielten und man nach jedem Galopp die Schuhe wieder zusammen suchen müsste.
Als ich 1997 ihre Nachfolgerin Souhaila kaufte, reute mich der Gedanke ihre super guten Hufe mit Eisen zu versehen, so dass ich sie zunächst barhuf laufen lassen wollte. Leider blieb sie immer recht fühlig, weshalb ich beschloss, ihr vor dem Anreiten Hufschuhe anpassen zu lassen. Da mich die einfache Konstruktion überzeugte, wählte ich von Anfang an Swiss Horse Boots – und bin bis heute dabei geblieben.
Mehr als 9000 km hat Souhaila seitdem mit Swiss Horse Boots auf Wanderritten zurückgelegt. 3 Mal kraxelte sie über die Alpen, einmal über die Pyrenäen und auch sonst lasse ich kaum einen Berg aus, der sich uns entgegenstellt. Gerade im alpinen Gelände hat sich die Rutschfestigkeit der Schuhe als Riesenvorteil erwiesen. Selbst ein mit Stollen oder Stiften versehenes Eisen gibt auf Fels weniger Halt, als der einfache Schuh. Lediglich bei Schnee oder auf nassen lehmigen oder grasigen Hängen werden die Schuhe unter Umständen gefährlich rutschig. Während ich in solchen Fällen zu Hause auf ein Set bestollter Schuhe zurückgreife (und dadurch auch keine Probleme mit aufstollendem Schnee mehr kenne), lasse ich mein Pferd auf Wanderritten in solchen Situationen einfach barhuf laufen.
Dank der professionellen Anpassung hatte ich praktisch nie Probleme mit Druckstellen oder Verlusten. Selbst in tiefem Morast mache ich mir nicht mal die Mühe, einen Kontrollblick auf die Hufe zu werfen – es ist nicht nötig.
Einzige Ausnahme: meine Stute verliert schon mal einen Schuh in extrem felsigem Gelände, wenn eine Schnalle fehlt. Da diese jedoch leicht zu ersetzten sind, ist auch das nicht wirklich problematisch.
Auf unserem letzten Wanderritt hatten wir ausserdem mit Ballendruck zu kämpfen. Wie es dazu kam, ist nicht ganz klar. Eventuell war der extreme Morast und lang andauernde Regen schuld, dem wir tagelang ausgesetzt waren, so dass die Hufe keine Gelegenheit hatten, abzutrocknen und entsprechend aufgeweicht waren. Dies, sowie das regelmässige Ab- und wieder Anziehen der Schuhe an verschlammte Hufe, um glitschige Passagen zu überwinden, mag dazu geführt haben, dass Sand und Lehm die Ballen aufgescheuert haben. Jedenfalls hoffte ich zunächst, barhuf reiten zu können, bis der Ballen wieder unempfindlich wäre. Leider kamen wir schon nach 2 Tagen auf grobe Juramergelwege, wo ein barhuflaufen für mein Pferd unzumutbar war. Also beschloss ich, den gesamten hintern Teil des Schuhs, der mit den Ballen in Berührung kam, herauszuschneiden und mal auszuprobieren, wie diese „Finken“ wohl halten. Den Riemen schloss ich dafür sehr eng. Erstaunlicherweise hielt auch diese Konstruktion in tiefstem Morast! Und auch die befürchteten Scheuerstellen von den Riemen blieben aus, so dass ich nach dem Wanderritt noch einige Monate mit diesen als Provisorium gedachten Schuhen unterwegs war und auch noch einen Distanzritt mit ihnen absolvierte!
Gerade auf mehrmonatigen Wanderritten haben sich die Schuhe noch in einer anderen Weise sehr bewährt: man muss unterwegs nicht neu beschlagen. Die Haltbarkeit der Schuhe ist ungleich höher, als die von Eisen. Nach rund 3000 km bekommen Souhailas Schuhe erste Löcher an der Zehenrichtung vorne, danach können sie aber nochmals gut 2000 km benutzt werden. Flocke wurde auf Langstreckenritten immer mit 10er Eisen, 4 Widiastiften und Schweissnaht auf der Zehe zur zusätzlichen Verstärkung beschlagen. Trotzdem hielten die Eisen nur 1300 km – bei völlig regelmässiger Abnutzung! Und unterwegs in fremder Umgebung einen guten Schmied zu finden, der auch noch in absehbarer Zeit kommt, um ein wildfremdes Pferd zu beschlagen, das er danach wohl nie wieder sehen wird – das ist eine Aufgabe für sich!
Auch für Distanzen haben sich die Schuhe sehr bewährt. Bei hartem Boden wird der Aufprall des Hufes durch den Kunststoff gegenüber einem Eisenbeschlag deutlich gedämpft. Bei dem überwiegend harten Geläuf, dass wir auf Ritten in der Schweiz meist vorfinden, lege ich zusätzlich noch stossdämpfende Einlagen in die Schuhe – und kann so auch mit gutem Gewissen über harten Boden traben, ohne die Gelenke meines Pferdes übermässig zu strapazieren.
Alles in allem bin ich mit dem Einsatz der Swiss Horse Boots rundum zufrieden und die Mär der fliegenden Schuhe hat sich, sehr zum Leidwesen des Herstellers, bis heute nicht bewiesen.
Sandra Loss, Volketswil